Kategorie-Archiv: Tagebuch

Allgemeine Einträge

Loutraki

  • Loutraki - Sonnenuntergang
    Loutraki - Badebucht im Sonnenuntergang

Im Anschluss an unsere Delphi-Exkursion fuhren wir am Montag, den 06. Juli weiter in Richtung Athen. Idee war ja, über den Umweg Athen den Kanal von Korinth zu überqueren, um dann endlich auf dem Peloponnes anzukommen.

Vorerst aber sollte es südlich von Delphi nochmals an den Strand zum Baden im Golf von Korinth. Nach etlichen Kurven und Schlaglöchern kamen wir etwa da an, wo in unserer Karte  ein Campingplatz verzeichnet war. Eine Weile zogen wir erfolglos den Küstenabschnitt zwischen Itea und Kira entlang, um dann etwas genervt erneut durch die Berge weiter auf Athen zuzusteuern .

Wir versprachen uns mehr Erfolg im Osten des Golfs und hatten tatsächlich Glück in Loutraki, ganz in der Nähe des Kanals. Schon einige Kilometer vorher wiesen uns Schilder entlang der malerischen Küstenstraße den Weg zum Alkioni Beach Camping.  Im Ort war ich überzeugt, vom Kurs abgekommen zu sein, als es wieder leicht bergauf ging, dicht vorbei an Mauern, Menschen und Autos. Bergauf zum Strand? Sollte das eine Zufahrt für Wohnwagen und Wohnmobile sein?  Doch getreu dem Motto ‘nicht verzagen, weiter fahren’ ging es plötzlich wieder steil abwärts auf das Tor des Campingplatzes zu.

Wir wurden für unsere Ausdauer mit einer wunderschönen kleinen Badebucht belohnt, die ausschließlich den Campern vorbehalten ist. Abends dann belohnten wir uns selbst mit griechischen Speisen hoch oben in der Taverne mit grandiosem Blick in die tief unter uns liegende Badebucht zur einen und der ebenso weit unterhalb der Taverne liegenden Bucht mit dem kleinen Ort zur anderen Seite.

Delphi

  • Auf dem Weg nach Delphi

Von Lefkas führte uns unser Trip am Sonntag weiter in Richtung Delphi.

Vielleicht fragt sich an dieser Stelle der eine oder andere, warum ich mich nicht über die aktuelle politische Situation in Griechenland äußere. Nur ganz kurz: Die europäischen Abhängigkeiten sind extrem komplex, die Misswirtschaft im Land wird seit etlichen Jahren betrieben  und das, was uns die Politiker vorsetzen, glaube ich nicht mal zur Hälfte (geschweige denn, dass ich es beurteilen könnte).

Die Griechen haben sich mit 61% gegen weitere Sparmaßnahmen ausgesprochen, was ich für bedenklich halte. Andere Länder, wie zum Beispiel Portugal, haben in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben gemacht. Warum nicht auch die Griechen? Aber so ist es halt.

Jetzt heißt es abwarten. Wir sorgen dafür, dass stets genug Sprit im Tank ist und behalten die Entwicklung ganz entspannt im Auge. Mehr wäre kontraproduktiv.

Solche Überlegungen stellte ich an, während wir über die extrem schlechten Straßen Delphi entgegen polterten. Irgendwann spät abends befanden wir uns recht nahe am Ziel und suchten uns ein Plätzchen zum Schlafen. Angesichts der vorgerückten Stunde (Müdigkeit und Dunkelheit) war uns ein kleiner Rastplatz direkt am Abhang mit tollem Blick ins Tal und das weit entfernte Meer gut genug. Sorry für die Schieflage, Gabi und Sina. Trotz der Keile unter den Rädern …

Montag morgen nach dem Frühstück und wenigen Kilometern weiter hinauf, erreichten wir Delphi. Viele Reisebusse und Pkw standen bereits am Straßenrand, doch wir hatten Glück und fanden ebenfalls eine Parklücke ganz in der Nähe zur historischen Kultstätte, wo schon viele hundert Jahre vor unserer Zeitrechnung nicht nur Orakel, sondern auch geschauspielert und Sport getrieben wurde.

Fazit: Der Abstecher nach Delphi hat sich definitiv gelohnt. Auch das neben der Grabungsstelle erbaute Museum war recht informativ (leider aber verständlicherweise alles in Griechisch, Englisch und Spanisch). Für mich neu: Vieles ist reale Geschichte , nicht alles entspringt nur Sagen.

Igoumenitsa und Halbinsel Lefkas

  • Wasserfall bei Nidri auf Lefkas
    Wasserfall bei Nidri auf Lefkas

Die Fähre legte Freitag morgen gegen 4:50h in Igoumenitsa an. Endlich in Griechenland angekommen,  legten  wir noch ein paar Kilometer zurück, in Richtung Lefkas.

Auf einem Parkplatz dann hielten wir, wo die ersten Fotos von Griechenland in der frühen Dämmerung des Tages entstanden.

Nach wenigen Stunden Schlaf wurden wir geweckt von den Aktivitäten vor der kleinen Bude eines Griechen, der 20 Jahre in Deutschland gelebt hatte und seit 22 Jahren seine kleine mobile Cafeteria mit heißen und kalten Getränken sowie Snacks betreibt. Kurzes Pläuschchen, Frühstück, weiter.

Als ich vor Wochen die grobe Route unseres Griechenland-Trips plante, dachte ich, Lefkas ist hauptsächlich wegen des Wasserfalls in der Nähe von Nidri für uns interessant und weil die Halbinsel zufällig auf der Strecke liegt .

Auf unserer Suche nach einem Stellplatz oder Campingplatz bekamen wir aber eindeutig mehr geboten. Das Navi führte uns über eine Nebenstrecke (der Begriff Straße wäre sogar für griechische Verhältnisse absolut unzutreffend) vorbei an verlassenen Dörfern, von denen nur noch Ruinen zeugten,  über Abschnitte voller Geröll, bewohnte Ansiedlungen hindurch, deren Häuser so dicht zusammen stehen, dass parkende Autos für uns umgesetzt wurden und schließlich heran an einen mehr als traumhaften Strand in einer malerischen Bucht. Noch nie in den Jahren als Wohnmobilreisender zuvor, war ich so skeptisch, ob ich das Fahrzeug jemals wieder über die steilen Schotterabschnitte zurück manövrieren könnte.

Später nach einem ausgiebigen Bad bei kühlen Getränken und warmer Dusche schafften wir es dann doch nach Kariotes zum Campingplatz Kariotes Beach, einer halbwegs gepflegten Anlage mit Pool und Platz für uns unter schattigen Bäumen.

Nach den vielen Kilometern nutzten wir die Gelegenheit zum Entspannen und Faulenzen. Erstmalig fanden wir ein schwaches aber immerhin teilweise verfügbares WLAN auf dem Platz vor, sodass ich einige der bisher geschossenen Fotos auf diesen Blog hoch laden konnte.

Sonntag ging es dann mit vollen Tanks und entleertem Klo weiter zum Wasserfall von Nidri. Wer mit einem größeren Fahrzeug unterwegs ist, sollte im Ort parken und die 4 Kilometer zum Wasserfall per pedes zurück legen. Mit dem Pkw kommt man bis an die absolut coole Bar ‘Platanos’, wo zu Calypso-Klängen oder auch Rock-Klassikern Kaltes und Warmes serviert wird. Hier genoss ich im späteren Anschluss an  unsere Rückkehr vom Wasserfall mein erstes kühles Mythos, ein süffiges, durchaus gut schmeckendes helles Bier. Nach dem Marsch in der Sonne bis hinauf zum Wasserfall hatten wir uns die kalten Getränke aber auch verdient. Gabi hatte sich bereits zuvor in Frappé, einen aufgeschäumten Instant-Kaffee mit Eiswürfeln und Zucker, verliebt. Der Wasserfall selbst ist nicht wirklich spektakulär, lädt aber die Wanderer zu einem ebenfalls sehr erfrischenden Bad ein.

Fähre Brindisi – Igoumenitsa

Von Venedig nach Brindisi ist es ein gutes Stück. Da man rechtzeitig an der Fähre sein muss und um kein verkehrsbedingtes Risiko einzugehen, fuhren wir im Anschluss an den Abstecher  nach Venedig ab halb fünf abends noch ein gutes Stück.

Der ursprüngliche Plan war, bis Gabicce Monte zu fahren, dort zu übernachten und früh morgens die Strada Panoramica entlang der Küste zu fahren. Jetzt nahmen wir die Serpentinen des nachts und freuten uns, wenn das Mondlicht auf dem Meer unter uns aufblitzte.

Nach gefühlt etwa 11000 engen Kurven verließen wir die bei Tag sicher reizvolle Strecke und versuchten im flachen Gelände zügig voran zu kommen.

Irgendwo bei Pesaro steuerte ich das Wohnmobil auf einen Trucker Parkplatz um endlich schlafen zu können.

Donnerstag morgens dann Weiterfahrt und nach recht ereignislosen Stunden und Kilometern erreichten wir endlich die Hafenstadt Brindisi pünktlich um 18:00h.

Oft hört oder liest man von dem gesunkenen Anspruch der Fährbetreiber an Qualität und Service. Kann ich nur bestätigen; allein wie chaotisch und inkompetent die Crew die Fahrzeuge einwies … Kommunikation – egal ob verbal oder durch deutliche Zeichen mit den Armen und Händen oder Körpersprache – Fehlanzeige. Mein Fahrzeug wendete ich aus eigenem Antrieb. Dafür trat einer der Einweiser zu mir an das offene Fenster um mir mit seiner Trillerpfeife direkt ins Ohr zu pfeifen und dann zu rufen: ‘no camping, all out of the car’. Idiot!

Die Überfahrt auf der Fähre der Grimaldi-Gruppe war ebenfalls wenig erfreulich. Naja, die paar Stunden.

Mit nur 20 oder 30 Minuten Verspätung legten wir gegen 20:30h endlich ab in Richtung Griechenland.

Einige der Fotos zu diesem Blogeintrag hat Gabi geschossen, da ich ja etwas mit dem  Grimaldi-Einweiser-Chaos beschäftigt war.

Venedig

Den ersten Höhepunkten St. Gotthardt-Pass und Lugano sollte am Mittwoch ein weiteres Highlight folgen: Venice!

Nachdem wir bei unserer Ankunft am Dienstag abend vom ersten Campingplatz abgewiesen wurden (mindestens 7 Nächte), fanden wir kurz darauf einen kleinen feinen und sehr gepflegten Platz ganz in der Nähe des Hafens.

Mittwoch nach einem entspannten Frühstück ging es dann auf die Fähre.

Nur so viel zu Venedig von mir:  es ist mit Abstand ganz anders, als ich mir die Stadt immer vorgestellt hatte; Venedig ist ausgesprochen schön, hat immer wieder etwas für das Auge zu bieten, stinkt überhaupt nicht und ist um diese Jahreszeit tatsächlich voller Touristen, was ich aber erträglich fand (und selbstverständlich stellen die Asiaten einen sehr großen Anteil der Besucher, daher auch das Titelbild).

Lugano – Die Italienische Schweiz

Ich hoffe, Gabi wird diesen frischen Dienstag Morgen stets in guter Erinnerung behalten.

Eine Raumtemperatur von 16°C ist die ideale Vorbereitung auf eine Dusche mit schön kaltem Wasser. Denn die Heizung ließ sich auch durch gute Worte noch immer nicht erwärmen. Sogar den kompletten Bordstrom hatte ich auf Anraten des Vermieters für einige Minuten unterbrochen, um ein Reset aller Systeme zu erzwingen. Ohne Erfolg. Muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass ich die Dusch-Prozedur über mich ergehen ließ, wie ein Mann?

Aber ein heißer Tee respektive Kaffee, bringt vieles ins Lot und den Kreislauf in Schwung. So ging es bald viele viele viele Kilometer bergab bis in das schön am Luganer See gelegene Städtchen Lugano.

Krasses Kontrastprogramm: 30° zu 14°C, pralle Leben zu alpiner Stille. Sofort wird dem Touristen klar, warum man von der Italienischen Schweiz spricht; die Menschen,  die Architektur, der Straßenverkehr – alles ist ‘italienisch’.

Wir waren  nur auf der Durchreise, also beschränkten wir uns darauf, ziellos die Promenade herauf zu schlendern und die Innenstadt zu besichtigen. Ach ja, ein leckeres Eis gönnten wir uns ebenfalls.

Durch die Schweiz

Nach unserer kleinen Sightseeing Tour in Freiburg und der notwendigen Versorgung des Wohnmobils und der Besatzung mit Sprit (Diesel und Bier) sowie einem Update des Wassers (altes raus, frisches rein),  geht es weiter in Richtung Süden.

Diesmal wollen wir die Schweiz durchqueren. Das Fahrzeug wiegt mit 4,25t deutlich mehr als 3,5t, was eine spezielle Gebühr erforderlich macht. Das entsprechende Formular ist an der Grenze auszufüllen. Kleiner Tipp: für die Hin- und Rückreise  ist das 10-Tages–Ticket deutlich günstiger, als zwei einzelne Tage.

Ursprüngliches Ziel des Tages war ein Campingplatz in Lugano. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, wollten wir durch den St. Gotthardt-Tunnel. Da ein Blick auf die Webseite jegliche Hoffnung darauf, rechtzeitig anzukommen, zunichte machte, konnten wir uns den Umweg über den Pass gönnen.

Perfekt für einen ersten kleinen Test von Wohnmobil und Fahrer in den Serpentinen. Diese Fahrt durch die rauhe Landschaft kann ich nur empfehlen.

Auf dem höchsten Punkt bei über 2000m und Temperaturen unter 12°C gab es das verdiente Abendessen und dann ging es ab ins Bett.

Freiburg City

Montag morgen – sorry Montag vormittag – schauen wir uns Freiburg an.

Etwa 26 Jahre zuvor war ich mit der Schulklasse dort. Außer an die Wasserkanäle überall in der Stadt, das Münster und daran, dass die Stadt ein gemütliches Flair hat, konnte ich mich an nichts mehr erinnern. Tatsächlich hat sich an diesen Dingen nichts geändert.

Nach einem Frühstück in einem der zahlreichen Cafés bummeln wir durch die City, besuchen das Münster und bestaunen die riesigen und teilweise hunderte Jahre alten Glocken hoch oben im Turm.

Erfrischendes

Sonntag abend Ankunft in Freiburg auf dem Stellplatz in Freiburg.

Erste Ernüchterung für die Wohnmobilisten: das Wasser wird nicht warm. Also heißt es: Zähne zusammen beißen.

Auch ein Telefonat mit dem Vermieter bringt keine Klarheit. Immerhin schickt er uns eine Telefonnummer zur Hotline von Truma, dem Hersteller der Anlage.

Aber was soll es? Cool bleiben und abwarten.